düsseldorf, 26. september 2021
konzert von günther auer und claudia bosse

ich versinke in einem der schwarzen ledersessel mit dem blick nach draußen. einem blick der mich schon seit zwei wochen lenkt. durch rote schriftzeichen. der blick auf das leben auf der straße. der busbahnhof, bistros, bis hinzu zum worringer platz; um die ecke die brache. straßenbahnen, autos, orange gelbstichige lichter erobern die dunkelheit.

der sound der straße lässt mich in den sessel tiefer sinken. kein pferd, munition, steinbrocken. fragmente fetzen frauen im morgengrauen. der sound wandert (schnell) die fensterwand entlang; er berührt die müden ohren.
gedankengänge schwimmen in der rekapitulation des gewesenen.

sie schmatzt, schwenkt das licht, geht durch den raum; sein sound wird lauter, füllt den raum.

körper unter dem stein
körper gegen stein
körper gegen stein
körper gegen körper
gestein

meine gedanken wandern; sie werden eingeladen, sich in einen so konkreten, jedoch so imaginierten ort des stattgefundenen zu begeben; in einem jetzt, in dem die raue nacht der worringer straße resonieren darf. ein nach-denken, ein nach-fühlen, ein gleiten, ein verfließen. ich liege am rücken, beobachte von der seite die straße.

dagmar tröstler